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Meinungsäußerung

Klimaschutz – Verantwortung und Wissen

Klimaschutz – Verantwortung und Wissen

Umweltschutz ist die Voraussetzung für unser Leben und das der nachfolgenden Generationen, das hat uns unsere allgemeinbildende Schulzeit schon gelehrt. Daher muss uns nicht eine 16-jährige „Greta“ aufklären, die in Ihrer Eingeschränktheit auch nur Ihre Meinung zulässt.

Unser Lebensalltag und unsere Lebenserfahrung haben uns Gott sei Dank den Blick nicht dafür verstellt, dass „Greta“ von einer millionenschweren Lobby als Galionsfigur genutzt wird. Schnell haben die mittlerweile etablierten “Grünen“ Ihre Chance erkannt und sind auf den fahrenden „Greta“- Zug mit aufgesprungen

Nun zum Thema. Haben sie sich schon gefragt, wer Gesetze mit der nötigen Vorausschau beschließt, ändert und damit den jeweiligen gesellschaftlichen Bedürfnissen anpasst. Hier stehen Politiker in der Verantwortung und Pflicht. Und was kann der Bürger tun? Er kann sein Verhalten innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen einbringen. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Medien vermitteln aber vielmehr den Eindruck, dass die Wirtschaft und der Bürger für den Anstieg der Temperatur in der Welt verantwortlich sind. Dass die handelnden Politiker verpasst haben, die Rahmenbedingungen im Klimaschutz den tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen und das nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt, bleibt unerwähnt.

Fakt ist auch, die physikalischen, chemischen und thermodynamischen Prozesse laufen seit Jahrhunderten auf der Erde ab.

So bestehen 100 % der Erdatmosphäre aus

  • Stickstoff:  78, %
  • Sauerstoff: 21 %
  • Edelgasen und Dämpfen: 1 %

In dem 1 % an Edelgasen und Dämpfen ist wiederum lediglich CO2 mit 0,04 % Anteil enthalten. Davon vom Menschen gemacht 0,0012 %. Deutschlands Anteil daran liegt bei 0,00003 %.            

Seit Jahrtausenden sorgen überwiegend Wasserdampf und CO2 dafür, dass die Sonnenstrahlen bis zum Boden der Erde vordringen, diese werden wieder reflektiert und erwärmen so die Luft. Dadurch beträgt die Durchschnittstemperatur auf der Erde 15 Grad Celsius. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt würde auf der Erde eine Temperatur von lebensfeindlichen minus 18 Grad vorherrschen.

Ohne CO2 gäbe es keine Pflanzen, ohne Pflanzen keine Tiere und ohne beides keine Menschen auf der Erde.

Seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, produzierte der Mensch bis heute mehr als 40% an CO2 und anderen Treibhausgasen als die Natur wieder aufnehmen kann. Diese mehr als 40% setzen sich nach dem Weltklimareport wie folgt zusammen:

  • CO2 aus Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas ca. 57 %
  • CO2 aus Brandrodungen und weiteren Naturzerstörungen ca. 17 %
  • Anteil Methan (um 250 % angestiegen) entspricht  ca. 14 %
  • Lachgas (N2O) ca.   8 %
  • FCKW, Wasserdampf, Ozon und Ruß ca.   4 %

Zum Methan muss man wissen, dass es bei der organischen Zersetzung z.B. in Sümpfen oder

in Mägen von Rindern sowie beim Reisanbau, auf Mülldeponien und durch Verluste beim Erdgastransport entsteht. Lachgas (N2O) wird bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe und beim Einsatz von künstlichem Dünger gebildet. FCKW z.B. wird bei der Produktion von Isolationsmaterial oder Schallschutzfenstern freigesetzt und ist 17.200-mal so schädlich wie CO2 und schädigt wie Wasserdampf, Ozon und Ruß auch die Ozonschicht.

Das eine ist der Anstieg der Treibhausgase, das andere die Tatsache, was die Menschheit dagegen unternommen hat und welches Land welchen Beitrag leistete und noch leistet. In Deutschland konnten seit 2005 die Emissionen in der Industrie um 21 % und in der Energiewirtschaft um 26 % gesenkt werden. In weiteren Bereichen liegen die Senkungsraten ähnlich. Sicher ist der Treibhausgas -Ausstoß immer noch zu hoch. Parallel dazu wird der Wald als natürlicher CO2 Killer durch die verstärkte Nutzung auch für Windkraft weiter zurückgedrängt.

Gegenwärtig kann nach Einschätzung des Sachverständigenrates der Bundestagesregierung von folgenden absoluten Zahlen an CO2 in der Erdatmosphäre ausgegangen werden:

  • In der Welt 100,0 %  ca. 35,0 Mrd. Tonnen
  • davon in der EU 10,5 % ca.  3,6 Mrd. Tonnen
  • davon in Deutschland 2,3 %  ca. 0,9 Mrd. Tonnen

Die EU verfolgt das Klimaschutzziel, bis 2030 die Treibhausgase um 40 % zu reduzieren. In 10 Jahren will die EU neutralisieren, was in mehr als hundert Jahren „gewachsen“ ist. Für die EU ist das eine absolute Reduzierung auf 2,2 Mrd. Tonnen und für Deutschland auf 0,5 Mrd. Tonnen bis 2030. Deutschlands Anteil von 0,4 Mrd. Tonnen an der Reduzierung der derzeit in der Welt zu reduzierenden 35 Mrd. Tonnen sind rund 1 %. Wieviel unsere Pflanzen allerdings an CO2 benötigen, um leben zu können, habe ich in keiner Statistik gefunden.

Die Verteilung der CO2 Emission in Deutschland stellt sich wie folgt dar:

  • Energieerzeugnisse                                                                             24 %
  • Herstellung von Vorleistungsgütern für die Produktion                    22 %
  • Dienstleistungen ohne Verkehr                                                            21 %
  • Herstellung von Investitionsgütern                                                       11 %
  • Herstellung von Konsumgütern                                                                 7 %
  • Verkehr inkl. Schiffe, Flugzeuge, Bahnen, LkWs, PkWs, Motorräder    7 %
  • Sonstiges                                                                                       8 %

Somit verursachen die vier größten CO2 Emittenten mit 78 % die Masse an Emissionen.

Gegenwärtig werden jedoch vor allem PkW`s und speziell die „Panzer“ SUV in Medien und Politik diskutiert, die die Umwelt in Summe mit rund 1 % belasten. Das ist reiner Populismus.

2019 steht die Energieerzeugung (Strom) in Deutschland mit 24 % an der Emissionsspitze. Das Heil wird nun in der Energiewende gesehen. Weg von fossilen Brennstoffen, hin zur alternativen Energiegewinnung.

Stromerzeugung 2019 erfolgt durch

  • Herkömmliche Energieträger: 63,1 %
  • Erneuerbare Energie: 36,9 %
    • davon  Braunkohle:19,9 %
    • davon Wasserkraft:4,0 %
  •  Atomenergie:  13,7 %
  • Windkraft Land:23,2 %
  • Steinkohle: 12,3 %
  • Windkraft offshore: 4,4 %
  • Gas:  9,4 %
  • Photovoltaik: 5,3 %
  • Biomasse: 7,8 %

2025 soll der Atomausstieg, bis 2038 soll der Kohleausstieg aus der Stromerzeugung in Deutschland komplett erfolgt sein. Weder Wasser- und Windkraft noch Photovoltaik können selbst bei schnellem Ausbau, eine Grundlast kontinuierlich bereitstellen.  Somit bleiben in Deutschland für die sogenannte „notwendige elektrische Grundlast in den Stromnetzen“ nur noch Gas und Biomasse mit gegenwärtig zusammen ca. 17,2 % übrig. Das wird für die sichere Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung nicht ausreichen.

Wir werden dann auf Strom aus den europäischen Nachbarländern zurückgreifen müssen. Unsere Nachbarn setzen nach wie vor zukünftig auf Kohle- und Atomstrom. Dann werden Angebot und Nachfrage auch den zu zahlenden Preis bestimmen. Diese Methode trägt nicht zur Entlastung der deutschen Umwelt bei, sondern zeugt nur von grüner Doppelmoral.

Nach den Vorstellungen der schwarz-roten Bundesregierung wissen wir seit September 2019, dass in Deutschland bis 2030 zusätzlich 7 bis 10 Mio. Elektrofahrzeuge fahren und mit Strom versorgt werden sollen. Dabei ist und bleibt die Gesamtenergiebilanz der Fahrzeuge von der Herstellung bis zur Entsorgung unbeachtet. Woher der Strom dafür kommen soll? Keine Aussage. Weder von den Regierungsparteien noch von den Grünen.

Und die Wirtschaft? Machen alle Staaten in Europa und in der Welt bei den aufgestellten Klimazielen mit, wird Deutschland nichts an Wirtschaftskraft verlieren. Das alle mitmachen, muss allerdings bezweifelt werden. Man denke nur an den Ausstieg der USA aus dem Klimapakt oder an die Entwicklungsländer, die sich dies finanziell nicht leisten werden.

Somit wird Exportweltmeister Deutschland Probleme bekommen, wenn nur Europa beim Klimaschutz mitmacht. Ein Blick nach Osteuropa lässt erwarten, dass Europa nur teilweise mitmacht. Das wird für Deutschland noch weitreichendere wirtschaftliche Folgen haben. Wegbrechende Arbeitsplätze in Schlüsselindustrien, weiterer Zuzug von Asylsuchenden werden zum exorbitanten Anstieg der Sozialausgaben führen. Damit bleibt kein Spielraum für Kinderbetreuung, Schulen und die bereits jetzt nicht wenigen von Armut betroffenen Rentner. Auch für zukünftige Generationen an Rentnern wird sich die Situation nicht verbessern. Das heißt auch, diejenigen, die heute nach Klimaschutz um jeden Preis auf die Straße gehen werden morgen von den finanziellen Auswirkungen betroffen sein. Das kann keine gerechte und ausgewogene Lösung sein.

Schlussfolgerungen:

  • Die Reduzierung der Treibhausgase ist für das aufhalten des Klimawandels notwendig.
  • Ein Mitmachen aller, ist dabei die wesentlichste Voraussetzung.
  • Deutschland kann das Weltklima nicht allein retten.
  • Der Anteil Deutschlands am Ausstoß von Treibhausgas insgesamt in der Welt ist marginal.
  • Bisherige und neue Technologien für die Stromerzeugung sind eine wesentliche Voraussetzung für die Eindämmung des Klimawandels.
  • Der Einsatz von alternativen Energieträgern außer Elektroantrieb im Verkehrswesen wie Brennstoffzelle, Wasserstoff usw. sind unbedingt notwendig.
  • Neben dem Wald sind neben bereits bestehenden Abgasreinigungsanlagen in neuen Dieselmotoren weitere CO2 Killer zu entwickeln. Diese reinigen „schlechte“ Ansaugluft zusätzlich zu den Abgasen.
  • Auch wenn es niemand hören will, auch die Bevölkerung kann nicht unbegrenzt weiterwachsen. Von 1750 ca. 700 Mio. Menschen, 2020 ca. 8 Mrd. Menschen und 2050 voraussichtlich ca. 10 Mrd. Menschen wächst die Weltbevölkerung auf das fast 15 fache. Das wird die Erde nicht verkraften. Abgesehen vom damit verbundenen CO2 Ausstoß.
  • Die Rahmenbedingungen für vernünftigen Klimaschutz müssen von der Politik auf der Basis wissenschaftlich belegter Grundlagen im Einklang mit den erforderlichen Maßnahmen zur Emissionsreduzierung, ohne politische Eigenbewertung, erwarten werden dürfen.

Gera, 07.10.2019
Dr.-Ing. Ulrich Porst